Am Zug • Betriebsbesuch bei VIAS GmbH / Die Odenwaldbahn

Michelstadt. Zwischen Triebwagen, einem ausgebauten Zwölfzylinder-Motor und einem Weichenteil mit dem eindrücklichen Namen „Hund“ weiß Karl Reinhard Wissmüller viel Interessantes rund um die Odenwälder Verkehrsinfrastruktur mit besonderem Blick auf die Schiene zu erzählen. Als Vermieter der Werkhalle, in der die Firma VIAS ihre Fahrzeuge vom Typ Itino wartet, erinnert Wissmüller auch an einiges aus der Geschichte; so etwa, dass auf dem Gelände, auf dem neben der Wartungshalle für die Eisenbahn auch der Wissmüllersche Omnibus-Betriebshof seinen Platz hat, vormals der Michelstädter Südbahnhof stand, an dem in Zeiten des Kalten Krieges Munition ausgeladen wurde, die hernach auf Odenwälder Straßen ins Lager Hainhaus oberhalb Lützelbachs verfrachtet wurde. Aber auch, dass neben der Ruhrtalbahn die dänische Staatsbahn als Mitglied im VIAS-Konsortium dafür sorgt, dass der Odenwald nach wie vor am Zug ist.

In der vor etwa zehn Jahren erbauten Halle, die 55 Meter lang, 27 Meter breit und 11 Meter hoch ist, stehen Itino-Triebwagen, die hier gewartet, repariert und in bestimmten Zeitintervallen auch überholt werden. Zehn bis vierzehn Techniker sind hier beschäftigt, darüber hinaus weitere Angestellte, etwa in der Verwaltung. Auch Ausbildung wird angeboten, zum Beispiel zum Mechatroniker oder zum Triebfahrzeugführer. Neben einer gigantischen Waschanlage für Züge beeindruckt die an Pkw-Dimensionen gewohnten Normalverbraucher vor allem ein 100.000-Liter-Dieseltank für die Schienenfahrzeuge, dessen Inhalt mal gerade für zehn Tage reicht.

Dieser Betriebsbesuch war Teil der Reihe „Wir machen Türen auf“, veranstaltet vom Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der Landeskirche in Zusammenarbeit mit den regionalen Fachstellen, in diesem Fall Larissa Arras, Referentin für Gesellschaftliche Verantwortung im Evangelischen Dekanat Odenwald.

Bernhard Bergmann
Öffentlichkeitsarbeit des Ev. Dekanats Odenwald

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Fotos: ZGV