Der Frankfurter Hafen • Eine Stadt in der Stadt

Nach jahrelangen heftigen Diskussionen um die zukünftige Verwendung des Frankfurter Osthafens, hat die Frankfurter Hafen GmbH mit dem Magistratsbeschluss von 2013 nun Planungssicherheit. Der Hafen wird bis 2050 als Industriestandort und Logistikdrehscheibe genutzt und das Konzept, den Hafen zugunsten von Wohnungen zu verkleinern, ist vom Tisch.

Dass der Standort zunehmend auch für Firmen, die nicht unmittelbar mit dem Hafen und der Logistikbranche zu tun haben, interessant wird, davon konnten sich die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltungsreihe „Wir machen Türen auf“ am 9. September 2014 bei ihrem zweistündigen Rundgang überzeugen. So rechnete niemand damit, dass in einer dieser großen Lagerhallen Krankenhausakten gelagert werden. Ebenso hatte niemand Ausstellungs-und Künstlerateliers an diesem Standort vermutet. Anmutig wirkt auch die große alte Kampffmeyer Mühle, in der weiterhin Mehl gemahlen wird. Auch für Fernsehproduktionen wird das Gelände vermietet. Die Vermarktungsideen sind sehr vielfältig. „Vermietung und Verpachtung ist zum zentralen Einnahmefaktor der Hafen GmbH geworden“, so Bernd Fünkner, Leiter der Hafen- und Lagerlogistik. Die Hafen GmbH ist ein eigenständiges Unternehmen mit ca. 100 Beschäftigten, das ohne städtische Zuschüsse für alle Investitionen und Infrastrukturmaßnahmen, bis hin zur Hafenpolizei selbst aufkommt. Seit der Gründung 2001 als städtisches Tochterunternehmen werden die Gewinne dem städtischen Haushalt zugeführt. Auf dem gesamten Hafengelände arbeiten über 8.000 Menschen in 110 unterschiedlichen Firmen.

Der Containerhafen wurde mittlerweile erweitert, und sehr moderne Brückenkransysteme verschieben die Container im Hafen, als handele es sich um Legosteine. Es herrscht das „chaotische Lagersystem“ vor. IT-unterstützt bekommen die ankommenden Container wahllos einen freien Platz zugewiesen. Damit wird das Ziel verfolgt, den Lagerplatz möglichst optimal auszunutzen. Denn: „Lagerfläche ist teuer und das führt zu einem negativen Nebeneffekt: „Für Containerbetreiber ist es oft billiger, leere Container zu bewegen, als sie im Hafen zu parken“, so Fünkner.

Jährlich werden im Frankfurter Hafen über 4,5 Mio. Tonnen Güter umgeschlagen. Und es sind noch weitere Kapazitäten vorhanden. Aber trotz guter CO2-Bilanz der Binnenschifffahrt und des gut ausgebauten Hafennetzes in Deutschland, wird diesem Transportweg im Gegensatz zum Straßenausbau in der politischen Diskussion kaum Beachtung geschenkt.

Der nächste Betriebsbesuch in der Reihe „Wir machen Türen auf“ ist am 15. Oktober 2014 bei ORION in Biebesheim.

Heike Miehe
Zentrum Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN

Referat Arbeit und Soziales

 

Bildergalerie (Fotos: ZGV)  [portfolio_slideshow id=1016]